Tag,

Eine Erklärung, wer Jerome Kerviel ist, ist wohl überflüssig. Was hat aber Robin Hood damit zu tun? Ganz einfach, Robin Hood war lange genug der König der Diebe, jetzt ist es Jerome Kerviel! Wer es schafft, 4,9 Milliarden Euro erst zu stehlen und dann unter den Armen Aktienhändlern zu verteilen, hat den Titel mehr als verdient. Nur verständlich, dass so ein Volksheld, der sich gegen die scheinbar unbesiegbare Übermacht aus Wirtschaft und Politik auflehnt, vorerst untertaucht, schließlich ist ihm der Sherrif von Nottingham Staatsanwalt Jean-Michel Aldebert dicht auf den heroischen Fersen. Bisher haben nur wenige erkannt, mit was für einem Gutmensch die Medien hier seit Tagen auf der Suche nach einer Sensationsschlagzeile ihr falsches Spiel treiben, aber ich bin sicher, dass sich das rasch ändern wird wenn den Menschen erstmal bewusst wird, wie vielen notleidenden, kokainsüchtigen, 80-wochenstunden-arbeitenden Bankerbleichgesichtern er damit zu einem verspäteten Weihnachtsgeld verholfen hat. Die 4,9 Milliarden müssen ja auch irgendwo hingeflossen sein. Hoffen wir nur, dass Monsieur Kerviel nicht vorher dingfest gemacht wird, aber er wird sich den Weg vermutlich ähnlich souverän mit Pfeil und Bogen freischießen.

Aus noch geheimer Quelle habe ich auch erfahren, dass Kevin Costner bereits angefragt hat, wann es denn zur Verfilmung kommt und er die Strumpfhosen gegen den schicken Nadelstreifen tauschen kann…

Jerome Hood

Soviel dazu.

Nächstes mal: Warum Roland Koch eigentlich der bessere Che Guevara ist.